Ein bissl Heimweh

Heimweh, sonst ja eher nicht so eines meiner Features, hat mich dann heute doch erwischt, auf halber Strecke. Kein Wunder meine Oma wurde heute 90 und ich war mal wieder nicht dabei. Und auch ein fünfminütiger Skype-Videoanruf kann das nicht wett machen. Anton war vor lauter Freude stumm, bis es daran ging uns zu verabschieden. Da musste er dann doch darauf bestehen zu erzählen, dass er hier ein eigenes Zimmer hat. 😉 Sein sonst so häufig gehörtes „Zum Geburtstag viel Glück“ hat er nicht über die Lippen gebracht. Wenn er es die nächsten Tage singt, stelle ich mir einfach vor es ist für seine Omama.
Wie immer weiß man mehr zu schätzen was man hat, wenn man es nicht hat. Unsere Freunde und die Familie zum Beispiel. Selbst in unserem zu Hause Berlin ist die Verbindung zur Familie in Süddeutschland (jaja, Klischee) nicht sehr eng, der Weg ist doch einfach recht weit. Aber in der gleichen Zeitzone zu sein, Telefon, SMS und Internet uneingeschränkt zur Verfügung zu haben, macht das Leben leichter und gibt einem das Gefühl noch enger in Verbindung zu sein, trotz der Entfernung. So hören wir recht wenige Neuigkeiten von zu Haus und die letzten waren auch nicht gerade immer gut.
Solche Tage gehören dazu, das ist gerade unser Leben in Mittelamerika und 4 Monate sind eine lange Zeit. Ich gehe heute trotzdem nicht traurig ins Bett, sondern freue mich darauf die Familie zu sehen und unsere Umbuchung und damit frühere Rückkehr (wenn auch nur 3 Tage) soll uns doch die Chance geben uns zu sehen (Familie seit gewarnt!).
Auch auf Berlin freue ich mich ehrlich und das ist was besonderes, hadere ich doch seit knapp vier Jahren mit mir wie ich es da finden soll. Aber sobald man weg ist, wird einem klar wie viele tolle Menschen wir mittlerweile getroffen haben und was uns dort hält. Auch beim Gedanken daran kommt Vorfreude auf. Ich plane praktisch jetzt schon den Dia-Abend für Freunde und Bekannte.
Von den ganz besonders schönen Erlebnissen des heutigen Tages soll an anderer Stelle berichtet werden.

Kommentare

  1. Ulli

    Liebe Katja,

    ich drück Dich mal! Deine Gedanken waren auch meine Gedanken als ich damals eine Stelle in der Kammer des Schreckens angeboten bekommen habe… Und Dein hadern mit Berlin kenne ich mit München auch – gerne schimpf ich mal über die Unfreundlichkeit und das nicht-in-der-Schlange-stehen-können, aber ein bisschen zu Hause ist es dann doch, auch bei mir Dank lieber Freunde, die ich hier gefunden habe.

    Geniesst Eure Zeit in Südamerika und vielleicht klappt es ja auch mal mit einen Diaabend im Süden?

    Liebe Grüsse, auch an Deine Männer,

    Ulli

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