Kinderkram

Reisen mit Kind ist langsam. Wusste ich. Wie langsam es sein kann, wenn man ein Kind hat das an allem, wirklich allem Interesse hat, wusste ich nicht. Wir haben einen Nachmittag in Mérida verbracht. Karen, unsere Vermieterin hat uns einen kleinen Spaziergang aufgeschrieben. Den wir auch begonnen haben. Aber nach Tauben, Kirche, einem Flugzeug (eigentlich ein Kruzifix, aber Anton meinte sieht aus wie ein „Swiss Flugzeug“), einer Orgel, einer Pferdekutsche, vielen Steinen, einem riesen Eis und einer Statue war Schluss. Gelaufene Kilometer (also wir, Anton in der Trage): 1. Dann sind wir wieder zurück zum Bus.
Die erste Woche liegt hinter uns und es hat fast die ganze Zeit gedauert bis sich die ganze Familie akklimatisiert hat. Auf unserer Thailand Reise ging das einfacher und schneller. Angefangen hat es sicher damit, dass wir uns alle in Cancún nicht besonders wohl gefühlt haben. Essen war auch nicht der Brüller und wir haben einfach nur darauf gewartet dass mein Koffer kommt und wir weiter können. Hier in Casa Rosa angekommen hat sich Anton zwar über den Pool und das Meer gefreut, er war aber doch ein bisschen einsam und hat viel nach Berlin gefragt. Was wir Erwachsene so schätzen: Ruhe, einsamer Strand, Tage nichts tun hat Anton sehr angestrengt. Selbst gegessen hat er wenig und abgenommen hat er dazu (is jetzt nicht sooo schlimm).
Kind-wieder-glücklich-Aufbau-Programm
In Thailand hat er mit Freude ein paar Brocken English und sogar Thai gesprochen (Danke, Bitte). Aber hier hat er uns deutlich gesagt, dass er kein Spanisch sprechen will und wenn er sich bedanken wollte hat er konsequent „please“ gesagt. Aber so langsam bekommt er auch Freude an „Gracias“ und „Buenas tardes“. Dass ich ihm endlich Nudeln gekocht habe, hat sicher auch dazu beigetragen, dass er sich nun ein bisschen zu Hause fühlen kann. Aber wichtiger als Nudeln und eine Auswahl an Spielsachen sind für ihn Sozialkontakte. Mama und Papa sind einfach nicht mehr genug. Die Vermieterin Karen hat er in sein Herz geschlossen und erzählt ihr munter auf Deutsch was er so tut, auch wenn sie kein Wort versteht. Als dann noch Hugh und Amy für zwei Nächte im Casa Rosa eingezogen sind ging’s ihm wieder besser. Heute hat er dann mit der kleinen Estrella vom Obststand in Progreso fangen gespielt. Was eine Freude zu sehen. Hinterher gabs von der Oma noch eine Banane geschenkt und von uns einen Kinderkaugummi und von ihm ein großes Anton-Lächeln.
Spielsachen
Ich packe meinen Koffer und nehmen mit: Kuscheltiere, viele Pixi Bücher, 4 Spielzeugautos, ein Malbuch und Stifte. Im Flugzeug gabs noch ein Puzzle dazu. In den ersten Tagen haben wir alle die Legos vermisst. Aber wer braucht Legos, wenn man am Strand Plastikbesteck und Becher findet (vor den großen Muscheln fürchtet er sich). Im Haus gibt es ein sehr beliebtes Sieb, eine Rührschüssel für seine Schätze, eine Höhle aus seinem Leintuch und aus Karens Wäscheklammern kann man einen Bauernhof, eine Schlange oder eine Elektrolok bauen. An Legos denkt jetzt keiner mehr. Und so langsam können wir uns auch auf die weitere Reise freuen weg vom Meer und rein in den Dschungel. Aber alles ganz, ganz langsam.

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