Mein Handgepäcksrucksäckle

Rucksacktasche aus gewachstem Canvas

Seit Jahren begleitet mich mein treuer Brooks Fahrradrucksack durch Berlin. Mein Laptop ist darin sicher verstaut, die kleine Reißverschlusstasche seitlich am Rücken hat meinen Schlüssel immer griffbereit, ohne dass ich den Rucksack absetzen muss. Das Rolltop ist super praktisch, wenn ich auf dem Heimweg zuviel eingekauft habe und der Rucksack überquillt.

Leider ist der Rucksack aber auch schnell voll, wenn ich noch die Kamera einpacke. Eine Trinkflasche passt zwar rein, aber wenn ich die Kamera drin habe, dann will ich nicht auch noch Getränke im gleichen Fach transportieren… Ja, ja , „first-world-problems“. Eine Kameratasche kommt für den Gatten nicht in Frage (zu viel zu schleppen) und generell ist die Kamera auch gar nicht so groß, so dass es sich lohnen würde eine große, gepolsterte Tasche zusätzlich dabei zu haben.

Für unser nächstes großes Abenteuer (2 Monate Kambodscha und Vietnam) wollte ich einen Rucksack und eine Tasche, die zwar alles trägt & möglichst sicher verstaut, nett aussieht (vielleicht nicht ganz so nach Rucksacktourist) und praktisch ist. Also habe ich mal ein bisschen gebastelt:

Schnitt

Den Schnitt der Tasche habe ich selbst erstellt, wobei ich mich sehr an meinem Fahrradrucksack orientiert habe, aber auch an den Fjäll Räven Totepacks. Beide haben praktische Funktionen, aber beiden fehlte etwas für meinen Geschmack. Folgendes sollte dran sein:

  • Rolltop – super praktisch und einfach zu nähen -> kein Reißverschluss 🙂
  • Träger für das Tragen als Handtasche & Rucksack
  • gepolstertes Fach vorn für die Kamera (so dass ich an sie heran komme ohne den ganzen Rucksack zu öffnen) -> hier aber mit Reißverschluss
  • gepolstertes Laptopfach
  • Fach für mein iPad mini
  • kleines Fach für Kleinkram wie Kabel
  • Fach am Rand außen für eine Trinkflasche
  • Fach seitlich am Rücken (wenn man sie als Rucksack trägt), so dass ich an Kleinkram ran komme ohne die Tasche abnehmen zu müssen

Abstriche musste ich aber auch machen. Da der Stoff gewachst ist und an manchen Stellen viele Lagen hat, ist die Tasche recht schwer und war schwer zu nähen. Auch beim vernähen habe ich das eine oder andere Mal improvisiert und Haltbarkeit und Pragmatismus haben gegen schöne, gerade Nähte gewonnen. Aber es ist mein Rucksäckle und es steckt viel Liebe und Vorfreude drin.

Stoffauswahl

Zuerst habe ich mich für Canvas entschieden – in Petrol. Ich hoffe einfach mal, dass es nicht sehr anfällig für Schmutz ist und auch noch in 3 Monaten einigermaßen aussieht. Den Stoff habe ich von Hand gewachst, damit ein kleiner Schauer nicht gleich auch den Inhalt ins schwimmen bringt. Da der Stoff recht fransig war, habe ich die Teile zuerst zugeschnitten, versäubert und dann gewachst. Das war eine ordentliche Arbeit, hat aber Spaß gemacht. Mit jeder Schicht Wachs konnte ich sehen wie die Tropfen besser abperlten.

Die Gurte sind aus Baumwolle & recht breit. Ich hoffe dass sich das Gewicht so gut verteilt und die weichen Gurte sich auch dann angenehm anfühlen, wenn ich sie im T-Shirt trage. Manchmal reiben die Träger von Taschen im Sommer ja ganz ordentlich und schneiden ein.

Für die Henkel habe ich einen alten Gürtel zerschnitten, den ich ohnehin nie getragen habe.

Hier ein paar Detail Bilder zu meinen Taschen-Features. Ich bin gespannt wie ich damit auf der Reise zurecht komme.

Ein bisschen Canvas habe ich noch übrig. Vielleicht mache mir daraus noch eine kleine Umhängetasche, kann man auf Reisen eigentlich immer brauchen, oder?!

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