Mit Kinderaugen auf einer Insel

Was ein Glück! Unsere Unterkunft hat eine Rutsche und Schaukel, das Wasser ist direkt vor der Tür und ein abgegrenztes Becken im Meer ist genau so tief, dass Anton bequem darin stehen kann. So können wir allein wenig entspannen.
Schon wieder sprechen die Leute eine andere Sprache. Gerade hatte sich Anton an „Gracias“ gewöhnt, schon sprechen die Leute englisch mit ihm. Ich versuche mich immer raus zu halten wenn er Kinder anspricht und fragt wie sie heißen. Ich freue mich doch so über seine Offenheit. Meistens erntet er nur fragende Blicke, manchmal eine Antwort die er nicht versteht. Das tut mir dann immer ein wenig leid für ihn. Aber er nimmt es nicht schwer. In den letzten Tagen ist er dazu übergegangen den Leuten einfach zu winken und zu lächeln. Auch ein „Hey“ funktioniert ganz gut. Wenn gar nichts mehr hilft spricht er in einer selbst erfundenen Anton-Sprache. Aber sobald er merkt, dass Mama und Papa verstehen, was das Kind sagt dreht er sich zu uns um und fragt: „Was hat das Kind gesagt?“ Und schon stehen wir als Dolmetscher zwischendrin. Ein richtiges Spiel kommt da nicht auf. Da wäre eine zweisprachige Erziehung doch ein plus. Aber vielleicht auch ein bisschen affig, oder?!
Details
Mit Erwachsenen die deutsch sprechen redet er allerdings wie ein ein Wasserfall. Sie kennen in ca. 2 Minuten Oma Gisela, Opa Günther und Omi Lissie. Sie wissen dass Omi Marian gern tanzt und der Opa Gunter Flugzeuge gebaut hat. Um sein Wissen zu unterstrichen ruft er dann ganz laut: „Propellerflugzeuge!“. Selbstverständlich erfahren sie dass er mit Stine bald Geburtstag hat (also dann im Februar) und dass Vincent genau so einen Hut hat wie er. Stimmt das? Mit anderen reden fehlt ihm scheinbar sehr. Ich kann das verstehen.
Der Kobold mit dem roten Haar
Sein neuester Freund ist der Pumuckl. Ohne Fernsehen aufgewachsen, hat er auf der Reise eine TV Folge vom Pumuckl kennengelernt und ein Hörspiel. „Der Kobold mit dem roten Haar“ ist nun sein neuer imaginärer Freund. Ist ja auch klar, den kann schließlich nicht jeder sehen! Wenn sonst keiner da ist, kann man dem Pumuckl nämlich alles erzählen. Oder auch der Janne, seiner neuen Reise-Eule. Die ist sein Baby, die an seiner Brust trinkt und wie wir erfahren haben schon ganz schön gewachsen ist, „weißt Du?!“.
Janne kann er von den Fischen erzählen die er gesehen oder von den Anglern die er beobachtet hat. Von Krebsen unter unserem Tisch beim Abendessen oder den großen Hunden die hier überall rumlaufen. Von der Musik, die er hört und davon, dass er gern auf der Straße dazu tanzt (und seine Eltern zwingt es ihm gleich zu tun). Und wenn er im Sand spielt, unter Palmen und nichts mehr an Lateinamerika und die Mayas erinnert so wie wir uns das vorstellen, dann ruft er plötzlich: „Guck mal, ich habe eine Maya Urine gebaut!“

 

 

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