Phnom Penh mit Kindern

Der Kinderarzt sagte schon bei der Impfberatung: „Klar die Impfungen müssen sein, aber sie wissen schon was das gefährlichste am Asienurlaub ist? Nicht die Krankheiten. Es ist der Verkehr!“

Schon in Siam Reap waren wir eigentlich nur dabei die Kinder zu schieben und zu halten, um sie vor den (Motor)Rädern und Autos zu schützen. In Phnom Penh waren es aber wahrlich andere Dimensionen. „Kinder, Entenmarsch!“ wurde zu meinem laut gebrüllten Standartsatz. Denn Kinder auf der Straße an die Hand nehmen ist einfach oft nicht möglich auf einer Straße mit besetztem Gehweg und Autos, Tuk Tuks und Rollern, die nebeneinander, mehrspurig auf einer schmalen Straße aneinander vorbeiflitzen.

Als wir mit unserem zweijährigen damals in Bangkok waren, trugen wir ihn einfach immer auf den Schultern. Das war für ihn und uns entspannter, denn er konnte gucken und wir wussten, dass er nicht im nächsten Moment in den Verkehr läuft. Mit unseren Großen ist das nun anders. Sie sind mehr Freiheit gewohnt. Wir haben noch Ho Chi Min City und auch Hanoi vor uns, mal sehen was uns da erwartet.

Fast 40°C ist zu heiß für einen Spaziergang

Die Hitze ist ebenfalls nicht zu unterschätzen! Wege die wir üblicherweise locker mit den Kindern zu Fuß erledigt hätten, wurden zum erschöpften Ausflug. Eben mal drei Blocks zum Royal Palace waren zu viel für alle. Bei so viel Reizüberflutung, Hitze und Verkehr waren wir mehr als nur ein bisschen froh, dass unser Hotel einen Pool hatte. Noch nie habe ich mein Kind mehrere Abende hintereinander so erschöpft gesehen.

Trotzdem, Phnom Penh kann auch mit Kindern ein spannendes Ziel sein. Hier sind die Dinge die uns den Aufenthalt auch bei fast 40°C im Schatten zu einem Erlebnis machten:

  • Hotel mit Pool! Auch die gibt es in einer mittleren Preiskategorie.
  • Kurze Strecken mit dem Tuk Tuk fahren. Bei der Hitze und dem Verkehr ist das eine angenehme Abwechslung und spart Kräfte
  • Spielplätze (gegen Nachmittag/Abend) ansteuern (es gibt einen beim Royal Palace und einen beim Wat Phnom)
  • Essen was schmeckt (zwischendurch auch mal ne Pizza, neue Geschmäcker kann man auch an anderen Tagen kennenlernen)
  • Zwischendurch in einem klimatisierten Einkaufszentrum Pause machen (und eine kühle Limo trinken)
  • Eine Flussfahrt mit Abendessen. Das ist klassisches Touristenprogramm und tut erschöpften Kindern gut: man kann gucken, essen, trinken, ist auf dem Wasser und um 19 Uhr ist der Spaß vorbei.
  • Eine traditionelle Tanzshow ansehen. Die Augen der kleinen Gäste leuchten bei den Kostümen und Tänzen.

Geschichte Kambodschas

Ein Besuch in Kambodscha und besonders Phnom Penh bringt auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Landes mit sich. Uns Erwachsenen war sehr bewusst, dass eigentlich jeder Kambodschaner den wir trafen irgendwie davon betroffen ist. Nach Lektüre von Wikipedia über das Tuol-Sleng-Genozid-Museum und die Killing Fields haben wir beschlossen die Kinder nicht mitzunehmen. So blieb ein Paar mit den Kindern im Hotel und machte einen Ausflug zum Spielplatz und die anderen beiden konnten sich beides anschauen.

Die Entscheidung ob man sich der Geschichte mit seinen Kinder stellen will oder nicht, müssen alle Eltern selbst treffen. Wir wussten unsere sind noch nicht soweit, andere Reisende berichten davon, dass sie mit den Kindern im Museum waren.

Kambodscha hat uns beeindruckt und ich bin traurig, dass es schon vorbei ist. Das nächste Abenteuer Vietnam hat schon begonnen während ich hier schreibe, aber davon später mehr!

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